Hafen Rohner, Fußach, 2005

Auftraggeber:
Rohner Hafen KEG

Ort:
Fußach, Vorarlberg, Österreich

Spezialtiefbau:
Hilti & Jehle GmbH, Feldkirch

Planung:
Baumschlager-Eberle Ziviltechniker GmbH

Fertigstellung:
2005

Das bestehende Gebäude im Sporthafen Rohner sollte komplett erneuert und umgestaltet werden. Im Zuge dieser Erneuerung wurde der Hafenrand auf einer Länge von ca. 270 m völlig neu geplant, sodass eine größere Anzahl von Bootsliegeplätzen entstand. Außerdem war geplant, den Seegrund im Hafenbereich großflächig um etwa 1 m abzusenken, um auch Booten mit größerem Tiefgang die Zufahrt in den Hafen zu ermöglichen. Im Hafennahbereich soll ein Clubhaus mit Pfahlgründung errichtet werden. Der frühere Spundwandverbau mit teils größeren Verformungen sollte durch einen naturnahen, verformungsarmen und wasserdurchlässigen Verbau ersetzt werden.
Der Untergrund war gekennzeichnet durch oberflächennahe Anschüttungen aus schluffigem, teils sandigem Kies, darunter folgten bis in Tiefen von 4,5 – 5,5 m wechselnd gelagerte Schichten von weichem Schluff und lockerem Mittel- bis Grobkies. Unter den Kiesen folgte eine vorwiegend weiche, setzungsempfindliche Schluff-Ton-Schicht bis zur maximal erkundeten Tiefe von 20 m.
Aufgrund des begrenzt tragfähigen Untergrundes wurden während der Planung mehrere Varianten für eine dauerhafte Sicherung des ca. 5 m hohen Hafenbeckens untersucht. Aus Gründen des Wasserschutzes sollte von flächigen und wasserundurchlässigen Verbaukonstruktionen aus Stahl oder Stahlbeton abgesehen werden.
Zur Ausführung kam letztendlich eine freistehende Pfahlwand mit bewehrten Schneckenortbetonpfählen SOB 63 cm mit 13 m Länge. Zwischen den bewehrten Pfählen wurden ca. 6 m lange, unbewehrte Ortbetonpfähle 45 cm mit Filterbeton abgeteuft. Durch die Verwendung eines mit verwitterungsbeständigen Bruchgestein gefüllten Steinkorbes erscheint die Hafenwand seeseitig in sehr natürlicher Fassade.
Den Abschluss des Pfahlwandkopfes bildet ein durchlaufender Stahlbetonbalken.

OBEN